[Vorarlbergensia] Digital: Einblattdruck von Bartholome Schnell/ zu Hohen=Emß. Im Jahr Christi/ 1647"
Die Bayrische Staatsbibliothek beherbergt u.v.a. ein in der Hohenemser Druckerei des Bartholomäus Schnell (dem Älteren) herausgegebenen Einblattdruck aus dem Jahre 1647 und steht digitalisiert online (auch zum Download als PDF - siehe Link) zur Verfügung. Mit Bartholomäus Schnell (dem Älteren)beginnt bekanntlich der Vorarlberger Buchdruck. 1616 pachtete er vom Grafen von Hohenems eine Druckereiwerkstatt und schuf noch im selben Jahr die "Emser Chronik" und die "Oration Bey dem Todt vnd vber die Leych: Deß Hochwürdigtsen Fürsten vnd Herren/ Herrn Marx Sittichen/ ..."
Zwey warhafftige und erschröckliche Geschichten. Zwey warhafftige und erschröckliche Geschichten und Wunderzeichen hat uns Gott für Augen gestelt an unterschiedlichen Orthen/ das Erste zu Graven Hage in diesen verschienenen Jahr/ Sontags den 31. May nach Mittag umb halb ein Uhr/ am hellen klaren Himmel/ seine Gestalt werdet ihr auß dieser Figur und Gesang vernemmen. Im Thon: Der grimmig Todt/
Titelzusatz. Das Ander Warhafftige beschreibung/ was sich bey der Statt Wilisaw ihn einem Dorff mit einer Zauberin begeben/ wie sie das Hochwürdig Sacrament empfangen unnd wider auß ihrem Mund gethan/ in ein Dorn Hecken geworffen. Wie Das selbig von dem Sawhirten und jhrer Magd/ ist offenbar worden/ auch was sich in der Reichs Statt Kempten/ bey einem Bürger/ unnd Leineweber Jörg Rieden/ und seiner Hennen begeben/ den fünfften tag jhm Herbstmanat. Wie auch im Kernden/ bey Rockelspurg/ Ludeburg und deren Orthen bey hellem Tag fünff Sonnen am Himmel gesehzen worden/ ein Todtenbahr/ zwen Regenbogen Creutzweiß uber sich gekehrt/ und ein fewrigew Ruth. Gesangsweiß verfaßt/ im Thon: Kompt her zu mir spricht gottes Sohn/ [et]c.
Das Erste. KOmpt her jhr Christen Man unnd Fraw/ hört zu was ich will singen/ die grossen Wunder gottes schaw/ die ich jetzundt thu bringen; Das ander Lied. HOrt zu jhr Christen in gemein/ ein Wunder groß das ist nicht klein/ das sich hat zugetragen/ bey Wilisaw ihm Schweitzer Land/ wie manchem ist gar wolbekandt/ thu ich mit warheit sagen
Einblattdrucke. Die Bezeichnung für diesen Hochdruck wird vor allem für Holzschnitte gebraucht, die im Blockdruck als so genannte Reiberdrucke hergestellt sind.
Dabei wurden Schrift und Darstellungen in Holzblöcke geschnitten und das angefeuchtete Papier mit Hilfe eines Reibers an die mit Druckerschwärze versehene geschnitzte Fläche angerieben. Die "Einseitigkeit" der Einblattholzschnitte war drucktechnisch bedingt. Der verwendete Reiberdruck ermöglichte keinen Druck auf der Rückseite ohne Beschädigung der Vorderseite.
Die Figuren des Einblattholzschnittes sind in der Regel klar und übersichtlich gezeichnet, ohne Berücksichtigung einer räumlichen und körperlichen Wirkung. Da sie häufig für ein nachträgliches, manuelles Kolorieren gedacht waren, sind sie häufig in ihrer Darstellung auf Umrisslinien beschränkt.
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Digitalisat als PDF: Zwey warhafftige und erschröckliche Geschichten und Wunderzeichen

