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25.07.2009

Unwürdige Wählertäuschung: Landeshauptmann Sausgruber nur noch hilfoser Zählkandidat

Landeshauptmann Sausgrubers letzter politische Aufgabe ist es, die Wähler zu täuschen. Man hätte einem Politiker der 30 Jahre im Vorarlberger Landtag war, 20 Jahre in der Landesregierung und über 10 Jahre Landeshauptmann Vorarlbergs ist, einen ehrenvolleren und vor allem ehrlicheren Abschied aus der Politik gewünscht.

Für die kommende Landtagswahl steht Sausgruber nur noch als die Kulisse eines Spitzenkandidaten der ÖVP zur Verfügung. Seine neuerliche Wahl zum Landeshauptmann Vorarlbergs steht faktisch gar nicht mehr auf der Tagesordnung.

Hinter seinem Rücken oder auch vor seinen Augen ist bereits ein Streit um die Nachfolge entbrannt. Landesstatthalter Mag. Markus Wallner hätte sein Nachfolger werden sollen, der auch anständig und wohlerzogen auf die Demission des Landeshauptmannes bis zur Mitte der Regierungsperiode hatte warten wollen.

Nun hat er Konkurrenz bekommen. Mag. Karlheinz Rüdisser - Nachfolger von dem auf einen anderen Posten mit einem weitgehen arbeitslosen doch öffentlichen Einkommen gehievten erfolglosen Landesrates Rein - als Wirtschaftslandesrat wird vom Vorarlberger Wirtschaftsbund gepusht.

Der Wirtschaftsbund setzt auf den Landesbeamten, der nie eine andere Arbeit gesehen hat als die Ruhe und die Gemächlichkeit des Parteibetriebes des Vorarlberger Landhauses. Der Wirtschaftsbund will wiederum niemanden als Landeshauptmann der eine eigene - nicht beamtete und damit nicht weisungsgebundene Meinung hat und selber etwas von Wirtschaft versteht. Seit 1986 leitet Rüdisser als ÖVP-Parteigänger die Wirtschaftsabteilung und ist damit hauptverantwortlich dafür, dass das Land Vorarlberg auch ohne Finanzkrise zu einer Krisenregion Österreichs geworden ist. In dieser Zeit haben uns so gut wie alle wirtschaftspolitischen Kennzahlen selbst hinter die neuen EU-Mitglieder Osteuropas gereiht. Von Österreichs Bundesländern oder dem entwickelten Europa ganz zu schweigen.

Freilich kann auch Mag. Markus Wallner nicht wirklich bürgernahe Berufspraxis einbringen. Auch er ist im Dunstkreis der ÖVP-Privilegien- und Günstlingswirtschaft groß geworden. Aber immerhin hatte er ein paar Jahre die Luft der Industriellenvereinigung geschnuppert.

Ein Vergleich der Lebens- und Berufsverläufe dieser drei "handelnden" Personen zeigt, warum in Vorarlberg das gesamte Kapital verspielt wurde, das einmal das "Musterländle" Österreichs ausmachte. Waren einst die Menschen aus den anderen Bundesländern nach Vorarlberg in das Musterländle zur Arbeit gekommen, so herrscht jetzt ein Klima der Intelligenzflucht aus dem Lande. Kein Wunder wenn man die ÖVP- Parteibuch- und Bürokratenherrschaft sich vor Augen führt, wo nicht mehr Leistung und Eigenstädnigkeit sondern Vasallentreue gefragt sind:

Landeshauptmann Dr. Herbert Sausgruber(ÖVP): Brav dienender ÖVP-Landes-Beamter im ÖVP-Parteibuch-Landhaus

1972 Eintritt in den Landesdienst
1978 Gemeindevorstand in Höchst
1979 Einzug in den Landtag
1981 VP-Klubobmann
1986 Landesparteiobmann
1989 Landesregierung
1990 Landesstatthalter
1997 Landeshauptmann

Landesstatthalter Mag Markus Wallner(ÖVP): Eine Brise Industriellenvereinigung in der ÖVP-Parteibuchkarriere

1991-1994 Industriellenvereinigung Wien & Vorarlberg, EU-Kommission Brüssel, DEC (internationales EDV-Unternehmen)
1995-1997 ÖVP-Landesorganisation Bregenz
1997-1999 Referent von Landeshauptmann Dr. Herbert Sausgruber
1999-2006 Landesgeschäftsführer der ÖVP Vorarlberg
2000-2006 Abgeordneter zum Vorarlberger Landtag
2003-2006 Klubobmann der ÖVP-Landtagsfraktion
seit Dez. 2006 Landesstatthalter

Landesrat Mag Karlheinz Rüdisser (ÖVP): ÖVP Parteibuch macht Beamten, für Landesbeamten Sinn und Karriere

Wirtschaftsabteilung des Landes Vorarlberg (ab 1980)
Leiter der Wirtschaftsabteilung (1986-2008)
1992 Mitglied im Gemeindevorstand Lauterach
1995 Vizebürgermeister der Gemeinde
2008 Wirtschaftslandesrat