Embser Chronik - Emser Chronik
Mit der 1616 erschienenen "Em[b]ser Chronik" (Hystorischen Relation oder Eygendtliche Beschreibung der Landschafft vnderhalb St. Lucis Stayg vnd dem Schallberg beyderseits Rheins biß an den Bodensee..., 1616) gelang Bartholomäus Schnell (dem Älteren) gleich im ersten Jahr seiner Tätigkeit in Hohenems ein "Meisterwerk der Buchdruckerkunst", das mehrfach als "das schönste je in Vorarlberg gedruckte Buch" bezeichnet wurde.
Der emsische Hofschreiber und Hofhistoriograph Johann Georg Schleh aus Rottweil, der Verfasser der "Em[b]ser Chronik", gab sich die größte Mühe, darin den Nachweis zu erbringen, dass die Emser das erste und älteste Adelsgeschlecht in Rätien darstellen, das bereits in vorchristlicher Zeit aus der Toskana hierher ausgewandert und beim Adel seit Jahrhunderten in höchstem Ansehen gestanden sei. Das Vorhaben der Emser ist es damals gewesen, ihre Stammlande mit den habsburgischen Teilen Vorarlbergs zu einem eigenen Fürstentum zu vereinen.
Vorarlberg und Unterrätien. Die politischen Absichten, die hinter diesem Werk steckten, werden in der Vorarlberger Landkarte deutlich. Sie zeigt schon das gesamte heutige Vorarlberg: Mit schraffierten Grenzlinien ist darin jenes Gebiet gekennzeichnet, das, wenn es nach dem Willen des Initiators Graf Kaspar von Hohenems gegangen wäre, als "Unterrätien" einen souveränen Territorialstaat unter der Herrschaft der Emser Grafen bilden sollte.
Landesgeschichte. Das Werk bedeutet gleichzeitig den "Beginn der Vorarlberger Landesgeschichtsschreibung": Etwa 100 Wappen werden in diesem Werk dargestellt – ebenso wie kartografische Holzschnitte, unter anderem die älteste überlieferte Karte Vorarlbergs. Nicht zuletzt deshalb stellt die Emser Chronik wohl den Höhepunkt der Buchdruckerkunst in Vorarlberg dar.
- Links:
Emser Chronik des Johann Georg Schlehen von Rootweyl, 1616 auf CD



