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13.05.2009

FELDER, Franz Michael (*13.5.1839-†26.4.1869 ebenda)

Franz Michael Felder (* 13. Mai 1839 in Schoppernau, Vorarlberg; † 26. April 1869 ebenda) , der berühmteste Vorarlberger seines Jahrhunderts, wuchs in Schoppernau auf. Ein Bauer, aber ein lesender Bauer, der so seinen Horizont weitet. Die wirtschaftliche Abhängigkeit von Handelsmonopolen und die weltanschauliche Zurüstung der Untertanen durch eine bildungsfeindliche Kirche erkannte Felder bald als die Grundprobleme seiner Heimat. Gegen Katastrophenfälle richtete er einen Viehversicherungsverein ein. Zur Hebung der Bildung der Bauern und Handwerker gründete er in seinem Haus eine Volksbibliothek.

Ferdinand Lassalle. Durch die Lektüre Ferdinand Lassalles und Thomas Carlyles wird in Felder der sozialpolitische Reformeifer geweckt. Er gründet verschiedene Wirtschaftsvereine sowie eine radikaldemokratische Partei, die vorübergehend sogar regionalen Erfolg hat. Er engagiert sich auch aktiv in der Lokalpolitik und gerät immer wieder in Konflikt mit den regierenden Politikern. Als 27-Jähriger gründete er eine landwirtschaftliche Genossenschaft. Vom Pfarrer verhetzt als "Freimaurer" und "Rot-Republikaner", organisierte er u. a. eine erste Volksbücherei. Mit Gleichgesinnten versuchte er eine Reformpartei. 1867 Von der ultramontanorthodoxen heimischen Geistlichkeit verfolgt, muss Felder vorübergehend flüchten.

Schriftsteller. Zu größerem Ruhm kam Felder als Schriftsteller. Felder war der erste Vollerwerbs-Landwirt, der sich auch schriftstellerisch betätigte. Nach mehreren Veröffentlichungen kam sein erster Zeitroman ("Sonderlinge") 1867 bei Hirzel heraus, und er wurde in Leipzig Ehrenmitglied des dortigen Germanistenclubs. In dieser Zeit schreibt er an seinem Roman "Reich und Arm", in dem er die Lebensthemen des sozialen Reformers mit seiner Heimatliebe verwob. Seine Romane wurden alle ins Holländische übersetzt und noch Anfang des 20. Jahrhunderts fand sich sein Name in den meisten europäischen Lexika.