Schriftgröße: kleiner / normal / größer
11.02.2010

Else Lasker-Schüler (*11.2.1869-† 22.1.1945)

Else Lasker-Schüler  (* 11.2.1869 Elberfeld, † 22.1.1945 Jerusalem), Dichterin, stammte aus einer jüdischen Bürgerfamilie und heiratete nach dem Scheitern ihrer ersten Ehe den Expressionisten Herwarth Walden, durch den sie mit allen führenden Dichtem des Expressionismus in Beziehung kam. Besonders Peter Hille, Theodor Däubler, Franz Marc, Georg Trakl, Gottfried Benn, Franz Werfel, René Schickele und Karl Kraus haben auf ihr Leben und ihre Dichtung entscheidenden Einfluss ausgeübt. Else Lasker-Schüler ist zu den bedeutendsten literarischen Kräften des 20. Jahrhunderts zu zählen. 1933 musste sie aus Deutschland fliehen und starb 1945 völlig vereinsamt und verarmt.

Ihr literarisches Werk ist typisch für die Jahrhundertwende zwischen Neuromantik und Expressionismus, Impressionismus und Psychologismus. Wohl hat die Lyrik Gottfried Benns auf ihr Schaffen den nachhaltigsten Einfluss gehabt. Aus der Fülle berühmter Dichtungen, die anfänglich noch lebensfroh das Dasein bejahen bis sie später immer stärker unter dem Druck der Zeitereignisse in düstere Resignation münden, müssen die Gedichte "Styx" (1902), "Mein Wunder" (1911) "Hebräische Balladen" (1913), "Theben" (1923) und "Mein blaues Klavier" (1943) hervorgehoben werden: Ihr Roman "Mein Herz" (1912) ist ein Zeugnis für den frühen Expressionismus, der sonst eigentlich keine Romane hervorgebracht hat. Mit dem Schauspiel "Die Wupper" (1909) begründete sie das expressionistische Theater und wirkt mit diesem Werk auf das Theaterschaffen bis in unsere Tage. Ihre Erzählung "Der Prinz von Theben" (1914) und die zahlreichen theoretische Schriften sind nicht nur bedeutende Zeitdokumente, sondern auch künstlerische Leistungen von höchster Qualität.