Vorarlberger Wohnbautätigkeit eklatant eingebrochen
Im 1. Quartal 2009 wurden in neuen Wohnbauten Vorarlbergs gerade mal 353 Wohnungen neu zum Bau zugelassen. Im gesamten Berichtsjahr 2008 waren dies schon nur mehr 1.522 Wohnungen, nach 2656 im Jahr 2007, im Jahr davor etwa 2961 sowie 2005 grob 2.433 Wohnungen.
Die mit neuen Gebäuden zum Bau bewilligten Bruttogeschoßflächen belaufen sich für das 1. Quartal 2009 auf rund 60.000 Quadratmeter, im Berichtsjahr 2008 etwas mehr als 330.000, 2007 über eine halbe Million, im Jahr zuvor gar 576.000. nach 2005 mit 466.000 Quadratmeter.
Österreich. Im 1. Quartal 2009 wurden in neuen Wohnbauten österreichweit mehr als 4.500 Wohnungen zum Bau zugelassen. Im gesamten Berichtsjahr 2008 waren dies weniger als 28.000 Wohnungen, rund 34.800 im Jahr 2007, im Jahr davor etwa 38.800 sowie 2005 grob 35.700 Wohnungen.
Die mit neuen Gebäuden zum Bau bewilligten Bruttogeschoßflächen belaufen sich für das 1. Quartal 2009 auf etwas weniger als 1,27 Mio. Quadratmeter, im Berichtsjahr 2008 etwas mehr als 7,69 Mio., 2007 weniger als 9,33 Mio., im Jahr zuvor geringfügig mehr als 10 Mio. sowie 2005 annähernd 9,17 Mio. Quadratmeter.
Vergleichsweise homogen erweist sich die Verteilung der bewilligten Wohnungen nach der Art des Wohngebäudes: Im Schnitt werden rund 45% aller bewilligten Wohnungen in Einfamilienhäusern errichtet, 55% in größeren Wohnbauten. In den Jahren 2005 und 2006 liegen die Werte bei Einfamilienwohnhäusern geringfügig darunter, im Jahr 2008 etwas darüber. Nach einzelnen Berichtsquartalen schwanken diese Anteile deutlicher: So wurden beispielsweise im 2. Quartal 2005 wie auch im 3. Quartal 2008 sogar mehr Wohnungen im eingeschossigen als im mehrgeschossigen Bau bewilligt.
Die Verteilung innerhalb eines Berichtsjahres berücksichtigend fällt auf, dass Bewilligungen von Einfamilienhäusern tendenziell mehr um die Jahresmitte (insbesondere im 2. Quartal) erfolgen. In größeren Wohngebäuden werden mehr Wohnungen in der 2. Jahreshälfte zum Bau bewilligt. Ausnahme bildet dabei das Berichtsjahr 2008, in dem die meisten Bewilligungen schon in der ersten Jahreshälfte (bzw. mit dem 2. Berichtsquartal) erfolgten.
Bei Betrachtung des insgesamt über alle Berichtszeiträume vorherrschenden Verlaufs fällt ein nach dem Jahr 2006 durchwegs rückläufiger Bewilligungstrend auf. Es ist anzunehmen, dass dies trotz der die Nachmeldetätigkeit berücksichtigenden Hochrechnung immer noch zu einem Gutteil auf das nicht ausreichende und insbesondere verspätete Meldeverhalten von Gemeinden zurückzuführen ist. Der noch deutlichere Rückgang ab dem Berichtsjahr 2008 ist wahrscheinlich zusätzlich eine nicht näher quantifizierbare Folge der in diesem Jahr aufgekommenen Wirtschaftskrise.
Mit nur vergleichsweise geringen Jahres- aber auch Quartalsschwankungen werden grob 70% aller Bruttogeschoßflächen für den (privaten) Wohnbau bewilligt. Der Einfamilienhausbau weist dabei die mit Abstand größten Flächenanteile aus: Grob 60% aller Bruttogeschoßflächen aller zu Privatwohnzwecken bewilligten Gebäude werden mit Einfamilienhäusern geschaffen. Innerhalb des Nicht-Wohnbaus sind im Durchschnitt weniger als ein Fünftel aller Bruttogeschoßflächen dem Bürobau gewidmet. Die für Wohngebäude für Gemeinschaften bewilligten Flächen machen ca. 5% aller Bruttogeschoßflächen der Nicht-Wohngebäude aus. Mehr als drei Viertel dieser Flächen wurden in sonstigen Nicht-Wohnbauten (inkl. verbauter Flächen von bei Ein- und Zweifamilienwohnhäusern befindlichen Privatgaragen) zum Bau bewilligt. Wie schon zuvor bei den bewilligten Wohnungen angemerkt ist der nach dem Jahr 2006 stattfindende rückläufige Bewilligungstrend (erwartungsgemäß) auch bei den Bruttogeschoßflächen festzustellen. Bei den Nicht-Wohnbauten (zu Privatwohnzwecken) ist dieser Rückgang aber nicht so deutlich wie im (insbesondere mehrgeschossigen) Wohnbau. Vergleichsweise konstant verläuft die zeitliche Entwicklung bei den Wohngebäuden für Gemeinschaften. - Dies kann hier durchaus mit dem spezielleren Planungsverhalten aufgrund sozialer Notwendigkeiten bzw. Hintergründe begründet werden: Diese Objekte werden häufig von öffentlicher Hand oder gemeinnützigen Organisationen als gemeinschaftliche Unterkünfte mit oft zusätzlichen Betreuungseinrichtungen für sozial oder sonstige bedürftige Personengruppen geschaffen (z.B. Altersheime, Gemeinschaftsunterkünfte für Waisen und Obdachlose, etc.) und unterliegen daher auch einem vergleichsweise gezielten und somit auch (zeitlich) beständigerem Planungsverhalten.
- Links:
Bewilligte Wohnungen und Bruttogeschoßflächen 1. Quartal 2005 bis 1. Quartal 2009, Österreich und Bundesländer, pdf., 10 S., 78 KB, 7.7.2009
www.statistik.at/web_de/static/bewilligte_wohnungen_und_bruttogeschossflaechen_1._quartal_2005_bis_1._qua_037285.pdfVorarlberger Wohnbautätigkeit eklatant eingebrochen
wirtschaft4hohenems.blogspot.com/2009/07/vorarlberger-wohnbautatigkeit-eklatant.html
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