Digitale Archäologie: Rekonstruktion von Cluny
Zweiundvierzig Jahre hatte der Bau von Cluny III einst gedauert. Die virtuelle Rekonstruktion entstand in nur sieben Wochen. Rekonstruktion mittels CAD macht nicht nur Historie lebendig. Sie ist auch eine umfangreiche geistige und technische Herausforderung. Eine spannende und faszinierende Einführung in Baustil und CAD-Technik.
Größte christliche Kathedrale. Die Abtei von Cluny in Burgund war als Ausgangspunkt bedeutender Klosterreformen eines der einflussreichsten religiösen Zentren des Mittelalters. Ihre Kirche war zeitweise das größte Gotteshaus des Christentums. Mehrere Gebäude der Benediktinerabtei und einige Reste der im Zuge der Französischen Revolution gesprengten Abteikirche im Zentrum der gleichnamigen französischen Stadt Cluny sind erhalten. Vor 1000 Jahren barg das Kloster in Cluny in Frankreich die damals größte christliche Kathedrale.
Ihre Entwicklung verdankt die Abtei in besonderer Form den ersten sechs Äbten. Auch die Abteikirche von Cluny wurde den Anforderungen des vermehrten liturgischen Dienstes angepasst und zweimal umgebaut, einmal unter Abt Maiolus (981, Cluny II) und ein weiteres Mal unter Abt Hugo (1089, Cluny III). Cluny II war die erste Kirche mit stufenförmiger Choranlage. Die Kirche hatte eine Flachdecke. Einige Kirchen mit Flachdecke, wie zum Beispiel die Klosterkirche in Alpirsbach, folgen diesem Einfluss. Auch das Kloster von Hirsau (begonnen 1082), wurde Cluny II nachempfunden, obwohl dieser Baustil bereits veraltet und Cluny III schon im Bau war. Die Weihe des Hochaltars der Klosterkirche Cluny III fand 1095 statt. Der Bau hielt bis ins 12. Jahrhundert an. Cluny III war bis zum Wiederaufbau von Sankt-Peter im Vatikan der größte Kirchenbau der Christenheit mit einem fünfschiffigem Langhaus von 187 m Länge und zwei Querschiffen, von denen heute nur noch letztere teilweise erhalten sind. Der Grundriss mit doppelten Seitenschiffen wurde nach vielen Jahrhunderten des Vergessens von den konstantinischen Kirchen wie Alt-St. Peter übernommen. Besonders beeindruckend bei Cluny III war das Gewölbe mit einer Spanne von 12,20 m bei einer Höhe von 30,48 m. Der Clunezianerorden hatte einen besonderen Einfluss auf die Architektur der damaligen Zeit. Allerdings sind viele Bauwerke des clunezianischen Baustils nicht mehr erhalten. Der wiedergefundene Grundriss mit den doppelten Seitenschiffen lebt jedoch in vielen Kirchen fort, so zum Beispiel in der Kathedrale Notre-Dame in Paris.
Auch wenn nur noch spärliche Reste von dem Bauwerk erhalten sind: Die Handhabung von CAD im Bereich Bauwesen hat mit Cluny einen Entwicklungsstand erreicht, der nicht nur simple Fertighäuser sondern jede beliebige Architektursprache darstellbar macht.
Cluny III. Zweiundvierzig Jahre hatte der Bau von Cluny III einst gedauert. Die virtuelle Rekonstruktion entstand in nur sieben Wochen, angetrieben durch die Faszination des Machbaren, der Chance, etwas zu tun, was noch niemand gewagt hatte. Eine technische und geistige Herausforderung. Die Darstellung und Beschreibung der fünfzehn Schritte der Rekonstruktion zu "Cluny IV" ist eine kleine Einführung in die Arbeit virtueller Rekonstruktion von historischen Bauwerken.
- Links:
Cluny IV - Faszination einer Rekonstruktion im Computer in fünfzehn Teilen
Über Cluny
www.abaelard.de/abaelard/041200cluny.htm
Cluny I+II Rekonstruktionen
www.arge-projekte.at/proj5.html
3-D-Rekonstruktion von Cluny III - Video on demand (engl.)
Bilder Cluny III




