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06.02.2010

[Vorarlbergensia] Georisikokarte Vorarlberg

Die Täler von Vorarlberg sind nicht nur beliebte Ausflugsziele zum Wandern und Klettern, sondern auch Heimat für viele Menschen. Doch der Siedlungsraum Alpen birgt auch Bedrohungen: Felsstürze, Hangrutschungen, Muren und andere Arten von Massenbewegungen machen regelmäßig in kleinen und großen Ereignissen darauf aufmerksam, dass die Natur sich nicht vollständig vom Menschen beherrschen lässt. Sogenannte Georisiken werden immer Teil des Lebens in den Alpen sein.  

Die Website Georisiko.net  gibt nicht nur Hinweise auf Forschung und Risken sondern auch eine kurze Übersicht zur Geologie Vorarlbergs.

Die Gesteine der heutigen Alpen wurden während der Trias und dem Jura an den Küsten des sog. Penninischen Ozeans abgelagert, der damals Afrika im Süden von Europa im Norden trennte. An den Küsten kam es zur Bildung von ausgedehnten Karbonatplattformen, die z.T. von großen Riffkomplexen gesäumt wurden. Durch die Bewegungen des Afrikanischen Kontinents nach Norden wurde der Ozean subduziert, die Kalksteine der Küsten deckenartig übereinandergeschoben (Kreide bis Miozän) und damit der neue Gebirgszug der Alpen "aufgetürmt". In den Eiszeiten bildeten sich in diesem Gebirge große Gletscher, die sich tief in diese Decken einschnitten und die so die heutige Form der Alpen bildeten. Durch das Abschmelzen der Gletscher fehlte ein Gegendruck auf die Talflanken und es kam und kommt zu verschiedenen gravitativen Massenbewegungen.

Das Projekt Georisikokarte Vorarlberg besteht aus verschiedenen Untersuchungsgebieten. Zunächst wurde das Pilotprojekt Bregenzerwald ins Leben gerufen, innerhalb dessen verschiedene Methoden der Georisiko-Analyse entwickelt und angewandt wurden. Dazu wurde ein Gebiet entlang einer wichtigen Verkehrsader - der B200 - gewählt, das sich entlang des Flusstales der Bregenzerach von Bregenz bis Schoppernau erstreckt. Das Pilotprojekt endete 2001.

Nach dem Abschluss der Pilotarbeiten wurde weiter nach Süden hin gearbeitet. Das Gebiet des Projektes Hochtannberg/Arlberg verläuft entlang der Bregenzerach bis nach Schröcken und weiter über den Hochtannberg-Pass und das Lechtal über Warth bis nach Stuben. Hier befindet sich ein wichtiges Tourismus-Zentrum des Landes (Lech am Arlberg). Dieses Projekt konnte 2004 abgeschlossen werden.

Im Zeitraum 2003 bis 2004 wurde noch ein weiteres Arbeitsgebiet bearbeitet. Entlang des Großen Walsertales wurden die Ergebnisse der beiden Projekte nochmals überprüft und die Methodik weiter verfeinert.  Kartierungen im Walgau und Klostertal sollen weitere Lücken schliessen und auch weitere Ansätze für Rutschungen und Murgänge bringen.