Schriftgröße: kleiner / normal / größer
08.06.2009

Michael Ritsch: Geld für Nachhilfeunterricht statt für teure Propaganda

Für zahlreiche Vorarlberger Schülerinnen und Schüler und deren Eltern bedeuten die anstehenden schulferienkeine Verschnaufpause – nämlich dann, wenn ein "Nachzipf" ins Haus steht. Damit die SchülerInnen nicht sitzen bleiben", ist Nachhilfeunterrichts oftmals die letzte Möglichkeit die Noten zu verbessern. Und davon, dass das mitunter ziemlich kostspielig ist, können viele Betroffene ein Lied singen.

Gerade jetzt, wo die letzen Prüfungen anstehen, müssen viele Kinder und Jugendliche noch einmal so richtig Gas geben. Wenn nötig, auch mit professioneller Nachhilfe. Eine aktuelle Studie der Arbeiterkammer zeigt auf, dass der Bedarf an Nachhilfestunden in Österreich jedes Jahr enorm steigt. Laut Institut Lernquadrat liegt diese Steigerung bei 20 Prozent jährlich. Bereits sieben Prozent der Volksschüler sind davon betroffen, in den Pflichtschulen sogar 14 Prozent. Und in der AHS-Unterstufe braucht von den Kindern fast jedes dritte Nachhilfe.

Kosten für Nachhilfe belasten Familienbudget. Bekanntlich sind qualifizierte Nachhilfestunden nicht billig. In Vorarlberg muss eine Familie dafür durchschnittlich 700 Euro pro Jahr aus dem Familienbudget abzweigen, was eine enorme Belastung bedeutet.

Die SPÖ Vorarlberg fordert deshalb eine Entlastung der Vorarlberger Familien durch das Land. Die Soziale Fraktion im Landtag macht deshalb in der aktuellen Stunde am 10. Juni das Thema Nachhilfe zum Thema: Welche Möglichkeiten gibt es, diese Kosten abzufangen? Wie muss das Bildungssystem reformiert werden, um hinkünftig Nachhilfe weitestgehend zu vermeiden? Diese und weitere Fragen sollen gemeinsam erläutert werden.

Geld aus teurer Werbung verwenden. Allein mit dem Geld aus der Propagandakampagne "Kinder in die Mitte" könnte man einige der notwendigen Maßnahmen in die Wege leiten. "Anstatt haufenweise Werbebroschüren und Plakate für dieses Projekt zu finanzieren, sollten diese Mittel direkt den betroffenen Familien zugute kommen", ist der SPÖ Klubobmann im Vorarlberger Landtag - Michael Ritsch - überzeugt.

Auch die von Bildungsministerin Claudia Schmid vorangetriebene Schulreform geht beim Problem Nachhilfe in die richtige Richtung: Neue Mittelschule, kleinere Klassen und mehr Kleingruppenunterricht dienen der besseren Sprachförderung und der individuellen Förderung der Schülerinnen und Schüler. Durch die Umsetzung der Bildungsstandards und eine bessere Tagesbetreuung kann gezielt auf die Schwächen, aber auch Begabungen der Kinder und Jugendlichen eingegangen werden.

Ritsch: "Die Zunahme an Nachhilfe zeigt, dass die Schulreform dringend notwendig war. Jetzt kann auch die Vorarlberger Landesregierung ein Zeichen setzen und Geld dorthin fließen lassen, wo es direkt wirkt – nämlich bei den betroffenen Familien",